Pizzateig

Pizzateig

„Gut Ding braucht Weile.“ Das alte Sprichwort trifft auf mein Pizzateig-Rezept in doppelter Hinsicht zu. Ich habe viele, viele Versuche benötigt, um den für uns idealen Pizzateig zu finden. Die Pizza sollte einen luftigen Rand haben, der Boden hauchdünn sein und knusprig, aber doch so elastisch, daß man ein Pizzastück falten kann, um es mit der Hand zu essen. Wie in Italien halt! Pizza wird zu Hause niemals so sein wie in Italien, aus dem ganz einfachen Grund, daß man nicht in Italien ist und in den seltensten Fällen einen Holzkohleofen besitzt, um seine Pizza ganz authentisch zu backen. Aber ich habe zumindest einen kleinen, elektrischen Pizzaofen mit einem Pizzastein, den man stärker erhitzen kann als den Backofen. Und wenn uns die Sehnsucht nach Italien und Pizza packt, dann ist dieser Teig das, was dem Original am nächsten kommt. Und er wird sogar im Backofen wunderbar.
Nach all den vielen, vielen Versuchen, den „perfekten“ Teig zuzubereiten, habe ich für mich die zwei wirklich wichtigen Zutaten entdeckt: Das richtige Mehl und Zeit. Womit wir wieder bei dem guten Ding, das Weile braucht, wären. Wenn man ein echtes Pizzamehl, ein Doppio Zero, verwendet und den Teig mindestens einen Tag im Kühlschrank ruhen und gehen läßt – in diesem Fall kein Widerspruch in sich – wird er einfach elastischer, läßt sich leichter verarbeiten und hat nach dem Backen die richtige Konsistenz.
Pizzamehl kann man heutzutage in fast allen gängigen Supermärkten kaufen, also benötigt man nur noch Geduld und ausreichend Platz im Kühlschrank. Es lohnt sich!
An dieser Stelle noch eine kleine private Nachricht an meinen (Self)Mann: Ich wünsche mir einen großen Holzkohleofen für den Garten, in dem wir Pizza für die ganze Familie machen können. Aber komm‘ mir bitte nicht mit dem Motto „Gut Ding braucht Weile“.

Pizzateig
Zubereitung 20 Minuten
Ruhezeit 1 day 2 Stunden
Portionen 8 Portionen

Zutaten

  • 1 Würfel frische Hefe (42 g)
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 920 g Pizzamehl (Typ 00, Doppio Zero), plus mehr zum Verarbeiten
  • TL Salz
  • 2 EL Olivenöl

Zubereitung

  • Die Hefe gründlich in dem Wasser auflösen und zur Seite stellen.
  • Das Pizzamehl in eine große Rührschüssel füllen, und das Salz untermengen. In der Mitte eine Mulde bilden, das Hefewasser hineinfüllen und das Olivenöl dazugeben. Nun alles gründlich zu einem wirklich geschmeidigen Teig verkneten. Ich mache das am liebsten mit den Händen, indem ich zunächst mit den Fingern immer mehr Mehl vom Rand in das Wasser rühre bis die gesamte Flüssigkeit vom Mehl aufgenommen wurde. Dann knete ich den Teig mindestens 10 Minuten auf einer Arbeitsfläche kräftig weiter. Das Work Out für den Tag wäre damit auch gleich erledigt.
  • Den Teig zu einer Kugel formen und in eine wirklich große Schüssel legen. Nehmen Sie im Zweifelsfall lieber einen großen Topf, da der Teig sehr stark aufgeht. Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken, und den Teig an einem warmen, vor Zugluft geschützten Ort 2 Stunden gehen lassen.
  • Den Teig anschließend in acht gleichgroße Portionen schneiden (s. Tipp), und jedes Stück Teig zwischen den Handflächen wieder zu einer schönen Kugel rollen.
  • Zwei kleine Backbleche, Auflaufformen oder ähnliches von etwa 30 x 40 cm mit Backpapier auslegen. Jeweils vier Teigkugeln mit Abstand auf ein Blech geben, mit einem feuchten Tuch abdecken und für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen. Falls Sie den Teig einen weiteren Tag im Kühlschrank ruhen lassen wollen, erneuern Sie das feuchte Tuch, damit der Teig nicht trocken wird.
  • Den Teig eine Stunde bevor Sie die Pizza zubereiten möchten aus dem Kühlschrank nehmen.
  • Die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben, und eine Teigkugel vorsichtig mit bemehlten Händen vom Backpapier nehmen. Ich ziehe den Teig am liebsten mit den Händen in Form. Dazu bilde ich zunächst in etwa 3 Zentimeter Abstand vom Rand einen „Graben“ rund um den Pizzateig und ziehe ihn dann in kreisenden Bewegungen immer mehr auseinander, so daß der Boden hauchdünn wird, der Rand aber leicht erhaben bleibt. Den Teig dabei gelegentlich wenden, über die Fingerknöchel der geballten Faust dehnen und einfach mit den Fingern ziehen bis er die gewünschte Größe hat.
  • Backmöglichkeiten:
  • 1. Ein Backblech in den Ofen geben und das Backrohr auf 220° Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf eine bemehlte Pizzaschaufel o.ä. oder auf Backpapier geben und nach Wunsch belegen. Die Pizza mit der Schaufel oder dem Papier vorsichtig auf das heiße Backblech geben und ca. 10 bis 15 Minuten backen bis der Teig knusprig und der Käse geschmolzen ist.
  • 2. Wenn Sie die Pizza auf einem Pizzastein im Backofen zubereiten, den Stein in den Ofen geben und bei mindestens 250° Ober-/Unterhitze 1 Stunde vorheizen. Den ausgezogenen Teig auf eine bemehlte Pizzaschaufel o.ä. geben, nach Wunsch belegen und vorsichtig auf den Stein bugsieren. Nach etwa 6 bis 8 Minuten sollte die Pizza fertig sein.
  • 3. Meinen kleinen, elektrischen Pizzaofen mit Pizzastein heize ich mit Ober-/Unterhitze auf maximaler Temperatur vor und die Pizza ist nach 6½ Minuten fertig. Falls Sie einen ähnlichen Ofen besitzen, beachten Sie bitte die Gebrauchsanweisung des Herstellers, da Temperatur und Garzeit von Ofen zu Ofen deutlich variieren können.

Tipp

Falls Sie nicht innerhalb von zwei oder drei Tagen acht Pizzen machen möchten - der Teig läßt sich nach der 24-stündigen Gehzeit auch portionsweise einfrieren. Vor der Zubereitung komplett wieder auftauen lassen und wie oben weiterverarbeiten.
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